Shared Responsibility Model: Unterschied zwischen den Versionen

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=== 2. Verantwortung des Kunden ===
=== 2. Verantwortung des Kunden ===
Die Verantwortung des Kunden hängt stark vom gewählten Servicemodell ab, umfasst aber im Kern:
Die Verantwortung des Kunden hängt stark vom gewählten Servicemodell ab, umfasst aber im Kern:
* '''Daten:''' Verschlüsselung (At-Rest und In-Transit) sowie Backup der eigenen Daten.
* '''Daten:''' [[Daten-Verschlüsselung in der Cloud|Verschlüsselung (At-Rest und In-Transit)]] sowie Backup der eigenen Daten.
* '''Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM):''' Wer darf auf welche Ressourcen zugreifen? (Passwortrichtlinien, MFA).
* [[Identity and Access Management (IAM)|'''Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM)]]:''' Wer darf auf welche Ressourcen zugreifen? (Passwortrichtlinien, MFA).
* '''Konfiguration:''' Sicherheitsgruppen, Firewalls und Betriebssystem-Updates (bei IaaS).
* '''Konfiguration:''' Sicherheitsgruppen, Firewalls und Betriebssystem-Updates (bei IaaS).



Aktuelle Version vom 5. Februar 2026, 17:13 Uhr

Das Shared Responsibility Model[Bearbeiten]

Das Shared Responsibility Model ist eine vertragliche und operative Abgrenzung zwischen einem Cloud-Service-Provider (CSP) wie AWS, Azure oder Google Cloud und dem Kunden. Die goldene Regel lautet: Der Anbieter ist verantwortlich für die Sicherheit der Cloud, der Kunde ist verantwortlich für die Sicherheit in der Cloud.


1. Verantwortung des Cloud-Anbieters[Bearbeiten]

Der Anbieter schützt die Infrastruktur, die alle in der Cloud angebotenen Dienste ausführt. Dazu gehören:

  • Physische Sicherheit: Schutz der Rechenzentren (Zugangskontrollen, Kameras, Stromversorgung).
  • Hardware-Infrastruktur: Wartung der Server, Speichergeräte und Netzwerkkomponenten.
  • Software-Infrastruktur: Sicherheit der Virtualisierungsschicht (Hypervisor) und der verwalteten Dienste.

2. Verantwortung des Kunden[Bearbeiten]

Die Verantwortung des Kunden hängt stark vom gewählten Servicemodell ab, umfasst aber im Kern:

3. Verschiebung je nach Servicemodell[Bearbeiten]

Die Grenze der Verantwortung verschiebt sich, je mehr Management-Aufgaben der Anbieter übernimmt:

Modell Beispiel Wer macht was?
IaaS (Infrastructure as a Service) EC2, Azure VMs Der Kunde verwaltet fast alles: Betriebssystem, Middleware und Apps.
PaaS (Platform as a Service) App Service, Lambda Der Anbieter verwaltet das OS; der Kunde nur den Code und die Daten.
SaaS (Software as a Service) Microsoft 365, Salesforce Der Anbieter verwaltet fast alles; der Kunde nur die Nutzer und Daten.


4. Häufige Missverständnisse[Bearbeiten]

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Daten in der Cloud automatisch "sicher" und "gesichert" (Backup) sind.

  • Wenn ein Nutzer versehentlich Daten löscht (menschliches Versagen), ist das in der Regel kein Fehler des Cloud-Anbieters.
  • Die Konfiguration einer Firewall (z. B. "Port 80 für die ganze Welt öffnen") liegt allein in der Hand des Kunden.

5. Zusammenfassung[Bearbeiten]

Das Modell hilft Unternehmen zu verstehen, wo ihre Sicherheitsbemühungen enden und wo sie beginnen müssen. Es verhindert "Sicherheitslücken durch Annahme", indem es klare Grenzen zieht.

Zusammenfassend: Der Cloud-Anbieter liefert die sicheren Bausteine, aber der Kunde ist dafür verantwortlich, diese Bausteine zu einem sicheren Haus zusammenzusetzen.